International

Entstehung des Samariterbundes international
  • Vorgeschichte

    Die Pflege von Kranken und Verwundeten war bereits in der Antike so etwas wie eine soziale Pflicht. Zu jener Zeit entstand auch das biblische Gleichnis vom ”barmherzigen Samariter” [Lk. 10, 30-37 (Kurzfassung)]: ”Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho und wurde von Räubern überfallen. Ein Priester kam vorbei, desgleichen ein Levit, erst ein reisender Samariter (Bewohner von Samarien) aber kam zu ihm, goss Öl und Wein in seine Wunden und verband sie.” Die Bewohner von Samarien waren damals unter den Stämmen Palästinas verachtet, ganz im Gegenteil zum Priester und Leviten (Tempeldiener). Die industrielle Revolution des 19. Jht. brachte für Arbeiter neue Gefahren. 1877 entstand daher in England die ”St. John’s Ambulance Association” des Johanniter-Ordens. In vielen Städten wurden Sanitätsschulen eingerichtet und freiwillige Helfer ausgebildet.

    Im Sommer 1881 hielt sich der deutsche Chirurg Prof. Friedrich v. Esmarch (1823-1908) in London auf und lernte die ”St. John’s Ambulance Association” kennen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gründete er eine ”Samariter-Schule”. Zahlreiche Lehrschriften des ”Deutschen-Samariter-Vereins” entstanden.

    Der Mitgliedsbeitrag von 10 bis 100 Mark jährlich war für die Masse der Menschen nicht erschwinglich. Esmarch richtete sich deshalb in erster Linie an die leitenden Beamten im Gesundheitswesen der Städte und Gemeinden.

  • Entstehung des Arbeiter-Samariter Bundes in Deutschland

    Missstände bei der Versorgung Verletzter, gerade nach Arbeitsunfällen, führten im Juli 1885 zur Gründung einer Hilfskasse unter dem Namen ”Sanitätsverein der Arbeiter beiderlei Geschlechts”, die neben Auszahlungen für erkrankte Mitglieder auch den Arbeitern den Zugang zu Erster Hilfe sichern sollte. Gustav Dietrich hatte seinen Hausarzt Alfred Bernstein nach einem Vortrag im "Sanitätsverein der Arbeiter beiderlei Geschlechts" in Berlin am Kreuzberg nach dem Kieler Arzt Friedrich von Esmarch gefragt. Er bekam von Bernstein dessen Unterrichtsbuch in die Hände. Daraus entwickelte sich ein Lern- und Denkprozeß mit dem Resultat, daß die Laienausbildung nicht nur für Bürger, Beamte, Feuerwehren und Berufsgenossenschaften (präsentiert und praktiziert durch den Deutschen Samariter-Bund) sondern auch für ArbeiterInnen in Berlin (Gewerkschafter, Sozialdemokraten, unterstützt durch jüdische Ärzte) in Frage käme......

    Bald erkannte man, dass Vorträge alleine wenig Wirkung zeigten, und so veranstaltete man vom 12. Dezember 1888 bis 6. März 1889 den ersten ”Erste Hilfe-Kurs”. Bald wurden diese Schulungen zu einer regelmäßigen Einrichtung des Vereines, der 1895 seinen Namen in ”Samariterkursus für Arbeiter und Arbeiterinnen” änderte und ab 1896 als ”Arbeiter-Samariter” in der Öffentlichkeit auftrat.

    Als Zeichen trugen die Arbeitersanitäter bis 22. März 1902 eine Armbinde mit dem roten Kreuz und der Umschreibung ”Arbeiter- Samariter”. Das ”Rote-Kreuz-Schutzgesetz” zwang sie zur Einführung eines eigenen Zeichens – nämlich ab Juli 1903 ein weißes Kreuz auf rotem Feld. In vielen Städten Deutschlands entstanden Arbeiter-Samariter-Vereine, “ASB-Kolonnen”. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 führte zu einer dramatischen Änderung der Situation. Die Samariter wurden in die Verwundetenbetreuung einbezogen.

    Eine wichtige Aufgabe war die Pflege der Soldaten in Lazarettzügen. Im Hinterland wurden weiterhin Sanitätskurse abgehalten, allerdings wurden diese durch den Mangel an Verbandsmaterial und durch die Einberufung vieler Vortragender behindert. Auch Sammlungen für notleidende Mitglieder wurden abgehalten.

    Über die Entstehung des Samariterbundes informiert auch das Buch:

    "Die Sache des Gustav D.; von Konrad Beck; Pharus Verlag ISBN 3-929223-82-1"
    - Der zeitgeschichtliche Roman von Konrad Beck über die Arbeiter-Samariter in Berlin spiegelt die Szene sozial engagierter Frauen und Männer um den Zimmerpolier Gustav Dietrich der preußischen Metropole in den Jahren 1883 bis 1912 wider. Er zeigt das Spezifische eines Berliner Vereins mit tiefen Wurzeln in den Gewerkschaften und in der Sozialdemokratie auf, er holt verschüttete Bereiche aus Sozialgeschichte, Arbeiterkultur und Gesundheitspolitik hervor und stellt so neue Zusammenhänge in der über 100-jährigen Geschichte der mittlerweile weltweit verbreiteten Arbeiter-Samariter dar. -

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    • Geschichte
    • Bekleidung 1927
    • Fahrradtrage
    • Die Sache des Gustav D. - Buchtitel
    © Arbeiter Samariter Bund Österreich, Gruppe Linz
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