Einsatzorganisationen trainieren die Rettung bei Eiseinbrüchen

SAMARITERBUND Wasserrettungen Zell am See, Linz und Feuerwehr, sowie Rotes Kreuz Zell am See

Die Samariterbund Wasserrettung Zell am See schult seit Jahren die Einsatzkräfte für Einsätze auf und unter Eis. Die Samariterbund Wasserrettung Linz sowie die Wasserrettungsjugend trainierten mit den Zeller Einsatzkräften am zugefrorenen Zeller See.
09.02.2019: Das Ziel der Eisretterschulung ist es Einsatzkräfte für Eiseinbrüche bestmöglich vorzubereiten.  Neben den Grundlagen der Eisbildung und dem Erkennen von Gefahren, wurde unter Anleitung der Zeller Wasserretter vor allem praktisch die Selbstrettung bei Eiseinbruch, sowie die Laienhilfe geübt. Ein weiterer Schwerpunkt war die Verwendung von spezifischem Rettungsgerät der Einsatzorganisationen, sowie die Schulung der Einsatztaktik.
Dieses Jahr hat der Zeller See wieder eine geschlossene Eisdecke. Die knapp 4 cm dicke Kerneisdecke ist aber nicht sicher tragfähig und auch nicht zur Nutzung durch Wintersportler freigegeben.  Die Einsatzkräfte wurden heuer schon mehrfach zu Einsätzen auf dem Eis gerufen. Das Üben auf der dünnen Eisdecke stellt, wie die Einsätze auch, eine große Herausforderung für die Rettungskräfte dar bestätigt auch Michael Kling, Ausbildungsleiter und stv. Obmann der Zeller Wasserretter: „Bei den heurigen Bedingungen ist es notwendig auch bei der Schulung an die Selbstschutzgebote wie das Tragen von Schwimmwesten, die Leinensicherung und den ausreichenden Kälteschutz zu achten. Die Retter müssen ständig damit rechnen selbst einzubrechen. Daher gilt besondere Vorsicht, trotz der, auch bei der Übung geforderten Eile!“
Die übenden Mitglieder aller vier Einsatzorganisationen waren sich einig, dass das gemeinsame Üben notwendig ist. Im Einsatzfall arbeiten verschiedene Organisationen miteinander. Michael Kling ergänzt: „Für die Einsatzkräfte ist die Rettung bei einem Eiseinbruch selbst nicht ungefährlich. Das Eis hat ja gerade bewiesen, dass es nicht ausreichend tragfähig ist. Die Rettung am Eis ist daher sehr mannschaftsintensiv. Zum einen brauchen wir für jeden Retter und jeden Eingebrochenen am Eis eine eigene Sicherungsmannschaft, zum anderen brauchen wir dementsprechende Spezialkräfte wie Taucher, Sanitäter und Notarzt sowie entsprechende Transportmöglichkeiten am Eis und am Land. Wenn wir die Spezialisten aus allen Organisationen zusammenführen, dann schaffen wir es im Notfall schnellstmöglich und professionell zu helfen!“
Auch dieses Jahr bei der Schulung mit dabei waren Oberösterreichische Wasserretter der Samariterbundgruppe Linz. Sie waren extra in den Pinzgau gekommen, um mit den Zeller Einsatzkräften zu trainieren. Neben den praktischen Übungen am See waren auch die Schulung theoretische Grundlagen in der Zeller Wasserrettungsstation Teil der Ausbildung. Roth Andreas, Leiter der ASBÖ Wasserrettungsgruppe Linz: „Es war schon letztes Jahr interessant und lehrreich mit den Zeller Einsatzkräften zu trainieren, die heuer schon zweimal aufs Eis alarmiert wurden und seit Jahren über dementsprechende Einsatzpraxis verfügen. Dies Jahr konnten wir die Erfahrungen aus dem letzten Jahr vertiefen. Es freut uns, dass wir die Schulung zum Eisretter, so wie sie für die Zeller Einsatzkräfte vorausgesetzt wird, um in den Einsatz gehen zu können, abschließen konnten. Damit haben wir auch in der Linzer Samariterbundgruppe ausgebildete Eisretter.“
In Zell am See trainiert die Wasserrettungsjugend regelmäßig mit den Einsatzkräften mit. So auch am Eis. Die 5 Jugendlichen waren also auch diesmal mittendrin statt nur dabei. Sie sind nicht nur als „Eingebrochene“ ins Wasserloch gesprungen, um sich von den Einsatzmannschaften retten zu lassen und so mitzubekommen wie sich die Rettung anfühlt. Sie waren auch Teil der Berge- und Sicherungstrupps und mussten sich selbst aus Eislöchern retten. Ausbildungsleiter Kling Michael ist stolz auf die Jugendlichen: „Unsere Jugend ist mit Eifer dabei, sie haben letztes Jahr über 1000 Freiwilligenstunden geleistet. Aufgrund ihres Alters werden sie als Helfer geführt, auch wenn sie zum Großteil schon eine fertige Rettungsschwimmausbildung, Funk-, Boot- und erste Hilfe-Ausbildung haben. Sie trainieren jetzt schon regelmäßig mit der Einsatzmannschaft mit, kennen daher die Abläufe und können sich viel von den „alten Hasen“ abschauen. Mit 18 Jahren können wir sie dann ohne weitere Ausbildung als Einsatzkräfte übernehmen!“
Gemeinsames Üben und das Ausnutzen der jeweiligen Vorteile aller Einsatzorganisationen dient damit der Sicherheit aller Wintersportler auf Gewässern, sind sich die übenden Einsatzkräfte einig. Es ist aber nicht nur wichtig, dass sich die Einsatzkräfte auf Notfälle vorbereiten. Jeder sollte sich über Gefahren und mögliche Selbstrettungs- bzw. Hilfsmöglichkeiten informieren, bevor er sich auf ein gefrorenes Gewässer begibt. Für diesen Zweck hat die ASBÖ Wasserrettung Zell am See zwei Kurzvideos zur Selbstrettung und Hilfeleistung produziert, die über die Homepage, Facebook oder den Youtube-Kanal der Zeller Wasserrettung abrufbar sind. 
Bericht/Fotos: ASBÖ Wasserrettung Zell am See, ASBÖ Gruppe Linz (Roth Andreas)
Alle Fotos dürfen verwendet werden, eine Zustimmung lt. DSGVO liegt vor.


 

 

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